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VinziDach entlastet Gesundheitsbudget um mindestens 100.000 Euro jährlich

Neue Studie belegt die Treffsicherheit von Housing First in Salzburg

Über einen Zeitraum von zwölf Jahren wurde die Wirkung von Housing First in Salzburg anhand der Arbeit von VinziDach – Housing First Salzburg wissenschaftlich analysiert. Die Ergebnisse bekräftigen nicht nur die Erfahrungen aus der Praxis, wonach Housing First einen effektiven und nachhaltigen Weg aus der Obdach- und Wohnungslosigkeit darstellt. Sie zeigen auch, dass gesetzte Maßnahmen darüber hinauswirken und das Budget entlasten können.

Samuel Kok und Wolfgang Aman (c) VinziWerke

Wirkungsvoll

Wie Housing First in Salzburg wirkt“ lautet der Titel einer neuen Studie des IIBW (Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH, Wien), die in Kooperation mit VinziDach – Housing First Salzburg entstanden ist. Auf der wissenschaftlichen Analyse der Arbeit von zwölf Jahren gestützt, belegt sie die nachhaltige Wirkung des „Housing First“-Ansatzes von VinziDach. Die Ergebnisse zeigen: Housing First wirkt – sozial, gesundheitlich und ökonomisch.

Zuerst Wohnen

Das Prinzip „Zuerst Wohnen, dann alles andere“ bildet seit 2012 die Grundlage der Arbeit von VinziDach. Mit diesem Ansatz konnten 93 Prozent der betreuten Personen aus Obdach- und Wohnungslosigkeit in ein selbstbestimmtes Leben zurückfinden. Die aktuelle Studie „Wie Housing First in Salzburg wirkt“ bestätigt diese Erfolge nun auch wissenschaftlich.

Individuell

Auf individueller Ebene zeigt sich, dass durch die Arbeit von VinziDach für betreute Personen erst die Grundlage für Empowerment entsteht, etwa durch das Absichern von einer eigenen Wohnung und Einkommen. In weiterer Folge schafft intensive und langfristige Betreuung einen Rahmen für die weitere persönliche Entwicklung, die sich auch über die Betreuungszeit hinaus fortsetzt. Die Zahlen bestätigen diese Beobachtung: Die Gesamtstabilität steigt im Betreuungsverlauf um 38 Prozent an – und das bei einer Erfolgsquote von 93 Prozent. Dass die Personen durch diesen Prozess begleitet werden, ist vor allem für diese mehrfach belastete Zielgruppe von großer Bedeutung.

Langfristiger Rückgang

Obdachlosigkeit von Österreicher*innen in Salzburg zeigt sich in der langfristigen Betrachtung rückläufig. Das lässt sich aufgrund der Wohnbedarfserhebung, die seit 30 Jahren durchgeführt wird, belegen. Die vorliegende Studie zeigt, dass dieser Rückgang unter anderem auf die Arbeit von VinziDach zurückzuführen ist. In Summe konnten dadurch auch andere Angebote der Wohnungslosenhilfe entlastet werden. Housing First ist somit eine wirksame Strategie mit der Österreich das europäische Ziel, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden, erreichen kann.

Gesundheit

Obdach- und Wohnungslosigkeit ist auch nach deren Überwindung lebensgefährlich. Die Lebenserwartung ist in Österreich um 20 Jahre verkürzt, das Risiko von schweren und chronischen Erkrankungen um 100 Prozent erhöht. Die gesundheitlichen Effekte von Housing First werden in internationalen Studien kontrovers diskutiert und konnten bislang nicht klar belegt werden. Durch die Kooperation mit dem Bereich Suchtmedizin der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg wurde dieser Effekt auf das klinische Angebot in Salzburg nun nachgewiesen. Insgesamt zeigt sich, dass die stationären Aufnahmen von VinziDach-Bewohner*innen um 68 Prozent reduziert werden konnten. Daraus ergibt sich eine Entlastung des Gesundheitsbudgets von mindestens 100.000 Euro, wobei keine medizinischen, pflegerischen oder therapeutischen Maßnahmen in dieser Rechnung berücksichtigt wurden. Die tatsächlichen Einsparungen dürften aus diesem Grund weitaus höher ausfallen. In weiterer Folge tendieren Bewohner*innen zu einem gesünderen Lebensstil, wodurch sich die physische und psychische Gesundheit um 20 Prozent verbesserte.

Die Studie bestätigt eindrucksvoll, dass Housing First nicht nur Menschen aus der Obdach- und Wohnungslosigkeit begleitet, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich wirkt – ein Gewinn für Betroffene und die Gesellschaft gleichermaßen.

Korinna Schumann, Sozialministerin

„Ein Dach über dem Kopf und ein Meldezettel in der Hand sind die Grundlage, damit Menschen wieder Stabilität, Sicherheit und Perspektiven finden können. Jede Investition in Existenzsicherung ist zugleich eine Investition in Würde und Zukunft – sie unterstützt die Betroffenen, eröffnet neue Chancen und fördert das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft. Die Erfahrungen aus zwölf Jahren VinziDach in Salzburg zeigen eindrucksvoll, wie sehr Housing First Leben verändern kann.“

Wolfgang Amann, Geschäftsführender Gesellschafter des IIBW

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Housing First wirkt – und zwar nachhaltig. Wer Menschen zuerst eine Wohnung gibt und sie anschließend sozial begleitet, spart nicht nur menschliches Leid, sondern auch erhebliche öffentliche Kosten. Das Beispiel Salzburg beweist, dass dieser sozialpolitische Ansatz wirkt und sich rechnet. Die Erkenntnisse der nun vorliegenden Studie sind bundesweit relevant – eine auf diesen Ergebnissen aufbauende Wirkungsanalyse auf Bundesebene erscheint äußerst vielversprechend.“

Samuel Kok, Projektleiter bei IIBW und Sozialarbeiter bei VinziDach

„Es zeigt sich, dass die Wirkung von Einrichtungen wie VinziDach nicht bei den direkt Betreuten aufhört, sondern auch in anderen Bereichen wie dem Gesundheitssystem spürbar ist. In Zeiten knapper Budgets und von rauem gesellschaftlichem Klima gilt es diese vernetzten Wirkungsmechanismen zu verstehen um nachhaltig wirksame Maßnahmen entwickeln zu können. Ich freue mich sehr, dass diese Studie einen Beitrag dazu leistet und als Grundlage für zukünftige Entscheidungen herangezogen werden kann.“

Nicola Baloch, Geschäftsführerin der VinziWerke Österreich:

„VinziDach wurde von unserem Gründer, Pfarrer Wolfgang Pucher, 2012 mit der Idee realisiert, erstmals die Arbeitsweise von Housing First in Österreich umzusetzen. Seither sammeln wir wertvolle Erfahrungen, die uns zeigen, dass der Ansatz zielgerichtet und nachhaltig wirkt. Dass VinziDach dazu beitragen konnte, diese Erfahrungswerte in Zahlen zu gießen, erfüllt uns mit Stolz. Die Studie bekräftigt allerdings auch unsere Forderung, die wir nicht müde werden, zu wiederholen: Die Grundvoraussetzung für eine ausreichende Wohnversorgung in Österreich bildet leistbarer Wohnraum. Um diesen zu sichern, ist die öffentliche Hand gefordert.“

Zur Studie

Wie Housing First in Salzburg wirkt – Wirkungsanalyse von Housing First anhand von drei Wirkungsdimensionen“ ist eine Studie des IIBW (Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH, Wien), entstanden in Kooperation mit VinziDach – Housing First Salzburg und der Christian-Doppler-Klinik. Neben dem geschäftsführenden Gesellschafter des IIBW, Wolfgang Amann und Projektleiter Samuel Koch waren Anja Andorfer, Felix Eichenbaum, Nathalie Greisberger, Gustav Holzner und Peter Linhuber als Autor*innen beteiligt. Die Studie wurde vom BMASGPK (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), dem Land und der Stadt Salzburg gefördert.

Die ganze Studie gibt es hier zum Download

Presserückfragen
Svjetlana Wisiak, BA
Leitung Kommunikation
E: presse@vinzi.at
M: +43 676 8742 31 05

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