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Ein „einzigARTiges“ Jahr

Das Projekt „Zusammen einzigARTig“ ermöglichte 2025 Begegnung durch Kreativität und Kultur. Ein Rückblick auf ein bewegendes Jahr. Von: Edina Görög-Nagy

Dieser Artikel erschien zuerst im März 2025 im „Armendienst“, Ausgabe 41/1.

Im Jahr 2025 brachte das Projekt „zusammen einzigARTig“ obdachlose und armutsbetroffene Frauen* mit Grazerinnen* und freiwilligen Mitarbeiterinnen* der VinziWerke zusammen. Das Ziel war es, die Bewohnerinnen* der Einrichtung VinziSchutz zu stärken, Ausgrenzung zu mindern und Brücken zu bauen, denn das Fremdsein und die Herausforderungen ihres Alltags belasten ihre seelische Gesundheit stark. Diese Frauen*, die aus verschiedenen Ländern stammen, verschiedene Kulturen mitbringen und verschiedene Sprachen sprechen, haben eines gemeinsam: ein herausforderndes Leben in einem fremden Land.

Das Herzstück bildete eine Kochgruppe, bei der Bewohnerinnen* nach Rezepten aus ihrer Heimat – der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bosnien oder Bulgarien – kochten und die Küche zur Bühne des Austauschs wurde. „Liebe geht durch den Magen“: Die geteilten Aufgaben, das Weitergeben von Können und Bräuchen, das Tratschen und Lachen bei der Küchenarbeit bereitete jeder* Freude und diese gute Laune hielt auch beim anschließenden gemeinsamen Abendessen an. Die gemeinsame Küchenarbeit vermittelte den Frauen* dabei nicht nur neue Kochkünste, sondern auch Basis-Deutschkenntnisse, und auch die externen Gäste freuten sich, die Spezialitäten verschiedener Kulturen zu entdecken.

Das Projekt bot darüber hinaus kreative Workshops mit künstlerischem Gestalten, Musizieren und handwerklichen Arbeiten – stets unter der Anleitung von Expert*innen. Kerzen wurden dekoriert, Blumentöpfe bemalt und bepflanzt, Postkarten gezeichnet. Dabei kamen unerwartete, erstaunliche Talente zum Vorschein. Manche Kunststücke behielten die Teilnehmerinnen* für sich, andere wurden bei Veranstaltungen wie dem Symposium zu Frauen*armut, dem Vinzenzfest oder der VinziNacht für eine freiwillige Spende verkauft. Besonders bewegend war ein Spielenachmittag, der eigentlich als „gut getarntes“ Lernen von Deutsch-Vokabular geplant war – und sich in ein offenes, herzliches Beisammensein verwandelte, bei dem die Bewohnerinnen* über Heimat, Kindheitserinnerungen, Träume und Wünsche erzählten.

Besondere Höhepunkte waren kulturelle Ausflüge, die für armutsbetroffene Frauen* oft eine Überwindung kosteten, sie aber Monat für Monat mehr überzeugten und neugierig auf die nächsten Pläne machten: eine Musik-Veranstaltung mit der Community „Meet4Music“, der Zirkus Louis Knie, eine sonnige Floßfahrt auf der Mur – sogar mit Konzert einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin* –, ein multikulturelles Chorkonzert, eine Theatervorstellung, Mozarts Requiem in der Vinzenzkirche sowie das Klanglicht-Festival, bei dem die Bewohnerinnen* Graz mit ganz anderen Augen sehen konnten.

Diese multikulturellen Treffen haben bewiesen, dass wir „zusammen einzigARTig“ sind. Insgesamt 27 Bewohnerinnen* nahmen 95-mal an den Veranstaltungen teil, und das Projekt trug wesentlich zu ihrer psychischen Gesundheit, ihrem Empowerment und ihrer Ausgeglichenheit bei.

Dieser Erfolg motiviert uns, das Projekt auch 2026 fortzusetzen – alle Interessierten sind herzlich willkommen und können sich gerne unter 0676 8742 31 32 oder vinzischutz@vinzi.at melden!