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Zusammen helfen – damit niemand friert

In der kalten Jahreszeit ist rasche, wirksame Hilfe für Menschen in Not oft überlebenswichtig. Um Unterstützung und Hilfe für jene sicherzustellen, die kein festes Zuhause haben, ist daher besonders im Winter die Netzwerkarbeit zwischen den sozialen Organisationen und der öffentlichen Hand entscheidend. „Die Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen und der öffentlichen Hand stellt sicher, dass auch in diesem Winter Menschen in Graz nicht auf der Straße schlafen müssen.“ betont Thomas Ferk, Vizedirektor der Caritas Steiermark.

Caritas-Vizedirektor Thomas Ferk, VinziWerke-Österreich-Obfrau Martina Schröck, Bürgermeisterin Elke Kahr und Notschlafstellen-Leiter Jakob Url (c) Caritas Streif

In Graz ist das gemeinsame Ziel von Hilfsorganisationen und Stadt, dass niemand in der Kälte im Freien übernachten muss. Am Caritas-Kältetelefon für Graz mit der Nummer 0676 880 15 8111 können Menschen, die jemanden abends im Freien liegend wahrnehmen, anrufen und Hilfe holen. Dank erhöhter Förderung der Stadt Graz nehmen die Winternotschlafstelle der Caritas und das Kältetelefon heuer bereits am Montag, 4. November, ihren Betrieb auf.

VinziNest: Größte Notschlafstelle der Steiermark wird renoviert 

In sieben beherbergenden Einrichtungen in Graz verzeichneten die VinziWerke im vergangenen Jahr 43.400 Nächtigungen, wobei die Auslastung über das ganze Jahr verteilt bei über 80 Prozent liegt. In den Notschlafstellen zeichnet sich vor allem ein Trend auf kürzere Aufenthaltsdauer der Bewohner*innen ab, deren Anzahl parallel rekordverdächtig hoch ist. So versorgte das VinziTel im vergangenen Jahr 363 Gäste – so viele wie noch nie.

Zum Angebot zählen außerdem der VinziBus und die VinziMärkte, die Menschen in Not mit Lebensmitteln versorgen, sowie das Nachbetreuungsprojekt Solido, in dessen Rahmen Menschen in ihren eigenen Wohnungen sozialarbeiterisch begleitet werden und somit auch die Notschlafstellen entlasten: Rund 7.300 Nächte verbrachten die im Schnitt 25 begleiteten Personen im vergangenen Jahr in ihren eigenen Wohnungen.

Notversorgung Ukrainer*innen

Seit Frühling 2025 werden die Notschlafstellen VinziNest und VinziSchutz einer Kernsanierung unterzogen. Das Angebot ist dennoch aufrecht geblieben: In Liebenau wurde ein Übergangsquartier bezogen, wodurch weiterhin bis zu 120 Personen ein Platz und eine warme Mahlzeit angeboten werden kann.

Weil im vorübergehend gemieteten Gebäude außerdem freie Kapazitäten verfügbar waren, wurden mit Unterstützung der Stadt Graz weitere 20 Plätze für ukrainische Familien geschaffen. Bis sie über die Grundversorgung ein Quartier beziehen, können sie in dieser Notunterkunft mit einem Bett und einer warmen Mahlzeit versorgt werden.

Doch die Nachfrage ist größer als der verfügbare Platz. Die Betten werden deshalb nur in Härtefällen vergeben – etwa, wenn Säuglinge und kleine Kinder betroffen sind. Immer wieder müssen schutzsuchende Familien abgewiesen werden. Angesichts des herannahenden Winters beobachten die VinziWerke diese Entwicklung mit Sorge.

Martina Schröck, Obfrau der VinziWerke Österreich

„Das heurige Jahr steht unter dem Zeichen des Sparens: Das bekommen die VinziWerke seitens der öffentlichen Hand genauso zu spüren wie seitens der Spender*innen. Unsere wichtigste Aufgabe bleibt, dennoch unser Angebot aufrechtzuerhalten. Denn Leidtragende dürfen nicht die Menschen sein, die uns in ihrer größten Not aufsuchen und um Unterstützung bitten!

Unser Gründer, Pfarrer Wolfgang Pucher, war zeitlebens stolz darauf, dass in Graz niemand auf der Straße übernachten muss, wenn er*sie es nicht möchte. Wir stehen vor einem Winter, in dem wir nicht mehr die Versorgung aller in Wohnungsnot geratener Menschen garantieren können. Seit dem Frühling diesen Jahres suchen uns vermehrt schutzsuchende ukrainische Familien auf, die auf eine Unterbringung im Rahmen der Grundversorgung warten. Bis diese zur Verfügung steht, sind sie leider nicht wohnversorgt. Im Sommer führte das erstmals seit vielen Jahren dazu, dass Menschen, darunter auch Kinder und Säuglinge, wieder unfreiwillig im Freien übernachten mussten. Angesichts des herannahenden Winters erfüllt uns das mit Sorge und wir appellieren an Entscheidungsträger*innen, gemeinsam mit uns an einer Lösung zu arbeiten, damit niemand im Winter frieren muss!

Ungebrochen ist die Unterstützung vieler Menschen, die uns auch trotz persönlichen Spardrucks weiterhin mit Geld- und Zeitspenden unterstützen. Dafür möchte ich mich im Namen der VinziWerke ganz herzlich bedanken!“

Beim Helfen zählt das Jetzt – Angebote der VinziWerke

Die 9 Einrichtungen und Projekte der VinziWerke in Graz bieten bis zu 240 Menschen in unterschiedlichen Notsituationen einen Schlafplatz, Essen, medizinische Versorgung und menschliche Wärme. Zusätzlich gibt es Notbetten, die heuer pandemiebedingt nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen können.

  • VinziTel, Notschlafstelle für Frauen*, Männer* und Paare: bietet Platz für 25 Gäste und zusätzlich 3 Notbetten.
  • Im Haus Rosalie, Notschlafstelle für Frauen* und Kinder, finden 15 Frauen* und auch Kinder Platz. Tiere können – nach Absprache – mitgenommen werden.
  • VinziNest, Notschlafstelle für Männer* mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft: Das VinziNest bietet Platz für 80 Gäste, zusätzlich stehen 10 Notbetten zur Verfügung. Derzeit im Übergangsquartier in Liebenau in Betrieb. Außerdem stehen dort vorübergehend 20 Plätze für Familien aus der Ukraine zur Verfügung.
  • VinziSchutz, Notschlafstelle für Frauen* mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft: bietet Platz für 24 Frauen*, zusätzlich gibt es 5 Notbetten. Derzeit im Übergangsquartier in Liebenau in Betrieb.
  • VinziDorf, bietet Platz für insgesamt 32 Bewohner*.
  • VinziMünz, Wohnversorgung für bis zu 9 Menschen in schwierigen Lebenssituationen; im Winter stehen zusätzlich 4 Notbetten zur Verfügung
  • VinziBus, tägliche Essensausgabe für Menschen in Not;
    20:00 Uhr Augarten, 20:30 Uhr Jakominiplatz, 21:00 Uhr Hauptbahnhof
  • Solido, Nachbetreuungsprojekt in dessen Rahmen auch das Unterstützungsprogramm WOHNSCHIRM HOUSING FIRST des Sozialministeriums abgewickelt wird. Im Schnitt werden 25 ehemals wohnungslose Menschen begleitet.
  • VinziLife, Dauerherberge für Frauen* mit psychischen Erkrankungen, beherbergt bis zu 8 Frauen* in Wohneinheiten

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