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Schicksale, die berühren – Menschen, die kämpfen

Jeder Mensch, der im VinziNest und VinziSchutz Zuflucht sucht, hat eine Geschichte. Einige mussten vor Krieg, Gewalt oder Armut fliehen, andere haben durch persönliche Schicksalsschläge ihr Zuhause verloren. Was sie alle gemeinsam haben: Sie wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt – und fanden im VinziNest einen Ort, der ihnen hilft, wieder auf die Beine zu kommen.

Unsere Hilfe geht über eine Übernachtung hinaus:

  • Sozialarbeiterische Begleitung, um den Weg aus der Obdachlosigkeit zu erleichtern
  • Unterstützung bei Behördengängen, um Rechte und Chancen aufzuzeigen
  • Hilfe bei der Jobsuche und Arbeitsintegration, um langfristige Perspektiven zu schaffen

Geschichten aus dem VinziNest

Rudi Danyi

Rudi Danyi und seine Frau Nella Danyiova wurden im ostslowakischen Dorf Hostice geboren. Als der Kommunismus zerbrach, wurden die beiden und die Hälfte der Bevölkerung gezwungen, nach Graz zu gehen. In Hostice gab es keine Arbeit mehr – nur Armut.

Rudi erinnert sich an seine erste Nacht im VinziNest: „Gustl Eisner war so lieb zu uns. Er hat uns mit offenen Armen empfangen.”

Da VinziSchutz und VinziNest nicht zur gleichen Zeit gegründet wurden, gab es Zeiten, in denen Nella im Freien schlafen musste, während ihr Mann in einem warmen Bett untergebracht war.

Für Rudi ist das VinziNest zur zweiten Heimat geworden. Mittlerweile verbringt er fast mehr Zeit hier als in Hostice. Heute verkauft Rudi am Jakominiplatz die Straßenzeitung „The Global Player”. „Wir brauchen dieses Geld, um über die Runden zu kommen. Essen, Haushalt, Medikamente – für das bleibt von der Pension nichts übrig. Es reicht nicht zum Überleben.”

Ilona K.

Ilona K. stammt aus Siebenbürgen, einem kleinen Dorf in Rumänien. Das Leben dort: bitterhart.

Als die Grenzen geöffnet werden, versucht Ilona ihr Glück in Österreich. Sie findet Unterschlupf bei Pfarrer Pucher im VinziSchutz. Sie geht jahrzehntelang betteln, sitzt in Kälte und Hitze vom frühen Morgen bis spät am Nachmittag, manchmal für nur 5 € am Tag. „Die Österreicher sind ein nettes Volk, ohne sie würden wir verhungern“.

Ilona wirkt klein und gebrochen. Doch wenn ihr älterer Sohn draußen auf sie wartet, sieht man sie plötzlich voller Energie. Ob er auch ihre Enkelin mitgebracht hat? Die alte Frau, deren Bewegungen sonst langsam und verzögert sind, strahlt über das ganze Gesicht, als sie zum Ausgang des VinziNest eilt.

Jozef Berki

Trotz seines jungen Alters von 31 Jahren hat Jozef Berki schon ein hartes Leben hinter sich. Als er noch ein Teenager ist, stirbt seine Mutter. Jozef bricht die Schule ab, um seine drei Geschwister versorgen zu können. Für Geld und Essen verkauft er Haarschnitte und sammelt Bruchholz im Wald. Mit 20 lernt er seine große Liebe kennen und wird bald Vater. „Ich wusste nicht, wie ich mein Kind ernähren sollte. Wir hatten nichts.“ Als Roma ohne Schulabschluss hatte er keine Aussicht auf einen Job, also ging er betteln. „Graz kennen wir in Hostice und ich wusste, dort könnte ich im VinziNest schlafen”, sagt Jozef

Vor zwei Jahren hat er es geschafft, sich in Graz ein stabiles Einkommen und eine eigene Wohnung zu erarbeiten. Dem VinziNest gegenüber verspürt er eine große Dankbarkeit: „Wenn es das Nest nicht gäbe, wo hätte ich schlafen oder essen sollen? Manchmal ist eine kleine Hilfe riesengroß“, sagt Jozef.

Mirko Nikolic

Der bald 60-jährige Mirko kommt seit 2011 Jahren nach Österreich; versucht, hier Arbeit zu finden. Den größten Teil dieser Zeit hat der Serbe im VinziNest verbracht. „Ich bin nach Graz gekommen, um Arbeit zu finden. In Belgrad gibt es keine Stellen. Und wenn doch, verdient man kaum etwas.

Mirko ist schweigsam. Erst, wenn man ihn fragt, ob er sein Zuhause vermisse, erfährt man mehr über ihn: „Da ist ja niemand und nichts mehr.“ Er meint damit sein Grundstück in Suva Reka am Kosovo. Dort stand einst sein Haus. Während der ersten Unruhen im Krieg ist es dem Erdboden gleichgemacht worden.

Teodor Ghiarasim

„Graz ist mein neues Zuhause. Sobald ich auf die Straße gehe, grüßen mich Menschen. Das ist schön.“

1989 zerfiel in Rumänien die Diktatur und ein Machtvakuum entstand. Statt wenig hatten die Menschen plötzlich nichts mehr. Auch Teodor verlor innerhalb von zwei Jahren seine Arbeit und seine Wohnung. „Wir bekamen unsere Freiheit, der Preis dafür war aber hoch. Vielleicht zu hoch.”

Auf der Suche nach Arbeit und einer besseren Zukunft ging er ins Ausland. Gefunden hat er beides nicht. Als er nach Rumänien zurückkam, war seine Frau verschwunden. „Ich weiß bis heute nicht, wo sie ist.”, erzählt der 66-Jährige. 2007 kam Teodor nach Graz. Er fand Arbeit, leistete sich eine Wohnung. Nach drei Monaten musste er wieder ausziehen: „Ich konnte sie mir einfach nicht leisten.”

Zu dieser Zeit entdeckte Teodor das VinziNest. Er war froh, so einen Ort gefunden zu haben.

Gustl Eisner

Über Gustl Eisner können alle Bewohner*innen sofort etwas sagen. Mit leuchtenden Augen erzählen sie Geschichten von dem Mann, der als Papa des VinziNest bekannt war.

Diesen Beinamen hatte sich Gustl durch seine leidenschaftliche, ehrenamtliche Arbeit im VinziNest verdient. Er war die gute Seele des Hauses.

Seit der Gründung im Jahr 1992 kümmerte er sich um die Menschen dort. Mit viel Herz setzte er sich an der Seite von VinziWerke-Gründer Pfarrer Wolfgang Pucher bis zu seinem Tod 2021 für die Bewohner*innen von VinziNest und VinziSchutz ein.

Das berührendste Erlebnis in all den Jahren? „Es ist schwer für mich das zu sagen, weil es so viel Elend gibt und so wenig Platz dafür“, sagte Gustl einmal. „Eine wunderschöne Überraschung machten mir die Buben, als sie mir zum 80. Geburtstag eine Uhr geschenkt haben. Jeder von ihnen hat dafür 1-2 Euro von seinem Geld gegeben. Ich weiß, wie schwer sie das verdienen mussten. Ich war sehr gerührt.“

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