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VinziTel- Ein kurzes Zuhause: Hoffnungsvoller Blick ins VinziTel (© VinziWerke)

We want you - für den VinziTel-Nachtdienst

Die Notschlafstelle VinziTel ist aktuell auf der Suche nach Interessierten, die ehrenamtlich Nachtdienste machen würden. Diese gehen von 19.00-07.00 Uhr, wobei die Zeit zwischen 22.00 und 06.00 Uhr in Bereitschaft und schlafend verbracht wird.
Kurzbeschreibungen der ehrenamtlichen Tätigkeit im VinziTel findest du im Archiv des VinziTel auf der Homepage. Bei Interesse und falls Fragen auftreten melde dich bitte beim Leitungsteam unter +43 (0) 316 / 58 58 05 oder vinzitel@vinzi.at.
Wir freuen uns auf dich!

15 Jahre Notschlafstelle mit Herz

Am 26. & 27. April 2017 feierte die Grazer Notschlafstelle für Frauen, Männer und Paare ihr 15-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sich viel verändert, doch eines ist gleich geblieben: Die Problematik der Wohnungslosigkeit und der Bedarf an Notunterkünften steigt stetig. Dieses Fest sollte einerseits das langjährige Bestehen dieser Einrichtung feiern, gleichzeitig aber auch auf diese Problematik aufmerksam machen.

Am 26. April übernachteten 4 österreichische Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Kirche und Öffentlichkeit in der Einrichtung: Veronica Kaup-Hasler, Intendantin des steirischen herbst, Andrea Kager-Schwar, Direktorin des Hotel Schloss Seggau, Peter Resetarits, „Bürgeranwalt“ und Journalist sowie Josef Zotter, Chocolatier.

Am 27. April fand um 10.00 Uhr der offizielle Festakt mit FestrednerInnen aus Politik und Kirche, musikalischer Umrahmung des A-Capella-Quartetts 4 ME und Moderation von Werner Ranacher statt.

Aus der Politik meldeten sich Karl Lackner, Klubobmann der ÖVP, Landtagsabgeordneter Klaus Zenz von der SPÖ sowie Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) wohlwollend zu Wort. Bischofsvikar Hermann Glettler und Superintendent Hermann Miklas sprachen einen Segen bevor Moderator Werner Ranacher die über 120 Festgäste zu anschließenden Hausführungen und Buffet einlud.
Promis schliefen in Notschlafstelle. Ehrenamtlicher Mitarbeiter Wolfgang und Andrea Kager-Schwar beim Bezug des Zimmers.: Promis schliefen in Notschlafstelle. Ehrenamtlicher Mitarbeiter Wolfgang und Andrea Kager-Schwar beim Bezug des Zimmers. (© Ivo Velchev)

VinziTel- Ein kurzes Zuhause: Hoffnungsvoller Blick ins VinziTel (© VinziWerke)

Film: VinziTel - Ein kurzes Zuhause

Die FH-Schüler Florian Fasching, Adnan Mujadzic und Stephan Wagner zeigten sich im Zuge einer Projektarbeit des Studiums für Informationsdesign an der FH Joanneum für diesen Kurzfilm verantwortlich. Es ist das berührende Portrait eines ehemaligen VinziTel-Bewohners, der uns einen kurzen Einblick in sein Leben erlaubt.

zum Video: VinziTel - Ein kurzes Zuhause

Ehrenamtliche erzählen

Christina: „Durch ein Pflichtpraktikum bin ich im VinziTel gelandet.“

Ich bin mit 27 Jahren die jüngste Ehrenamtliche im VinziTel. Vor einiger Zeit habe ich hier mein Pflichtpraktikum für mein Sozialpädagogik-Studium absolviert. Eine Freundin von mir ist hier auch beschäftigt. Das Leitungsteam ist wirklich super nett beim Bewerbungsgespräch und man verwirft sofort alle Vorurteile, die vielleicht vorher da waren. Das Bild vom ‚Straßenpenner‘ existiert hier einfach nicht, aber natürlich trägt jeder Mensch seinen Rucksack. Eines Tages kam ein VinziTel-Gast zu mir, denn ich zuerst nicht zuordnen konnte. Wir sind dann draufgekommen, dass ich ihn von der Kinderkrippe, in der ich gearbeitet habe kenne – seine Tochter war bei mir in der Gruppe. Da habe ich kurz gedacht ‚verdammt, nicht geschafft‘. Und dann fokussiert man sich wieder auf die Menschen. Ich quatsche zum Beispiel gern mit den Bewohnern, wenn sie Redebedarf haben und ich möchte, dass sie sich so wohl wie möglich fühlen. Ich konnte durch mein Praktikum im Büro viel lernen, aber durch meine Dienste, die ich seit drei Jahren regelmäßig ehrenamtlich mache habe ich sehr viel darüber gelernt, wie man ein Gespräch führen muss.


Christina absolvierte schon ein Pflichtpraktikum: Christina absolvierte schon ein Pflichtpraktikum (© VinziWerke)

Maria fährt 55 Kilometer ins VinziTel: Maria fährt 55 Kilometer ins VinziTel (© VinziWerke)

Ehrenamtliche erzählen

Maria: „Ich fahre über 100 Kilometer fürs VinziTel“

Nachdem ich aus Passail bin und mich in Graz nicht so gut auskenne, habe ich mich gewundert, dass ich sofort ins VinziTel gefunden habe. In dem Moment wusste ich: ‚Das muss es sein‘. Ich wollte 2013 irgendetwas Neues machen. Nachdem ich lange Zeit im Einzelhandel tätig war, sehe ich mich jetzt als ‚freischaffende Lebenskünstlerin‘. Dies gibt mir die Freiheit einmal pro Woche 55km ins VinziTel zu fahren, um dort ehrenamtliche Dienste zu machen. Meine erste Frage an das Leitungsteam war: ‚Was muss ich denn da tun?‘ und die Antwort war so einfach: ‚Eigentlich nix. Zuhören und Ratschen‘. Es ist für mich eine große Bereicherung hier sein zu dürfen. Manche Freunde fragen mich, ob ich bei Nachdiensten nicht Angst habe, aber ich weiß dass meine Intuition mich immer richtig leitet. Soviel Wertschätzung und Respekt, wie im VinziTel habe ich in meinem Berufsleben nie bekommen. Besonders berührend war es, wie letztes Jahr eine Bewohnerin ihr Kind in der Notschlafstelle zur Welt gebracht hat. Ich habe diese kleine Familie so gern gemocht. Vielleicht schaffen sie es!

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Herbert: „Die geballte Ansammlung von Suchtproblemen hat mich anfangs irritiert.“

Ich habe vor kurzem meinen Job bei einer Bank an den Nagel gehängt und verspürte um die Weihnachtszeit einen unheimlichen Drang nun manche Dinge in Angriff zu nehmen. ‚ Irgendetwas fehlt‘, war mein Gedanke und zu dieser Zeit bin ich über ein Plakat drüber gestolpert auf dem zu lesen war ‚Wir brauchen dich‘. Vinzi war mir ein Begriff und ich bin nach einigen Recherchen im Internet geradewegs ins VinziTel rein marschiert um mich als freiwilliger Helfer anzubieten. Das Leitungsteam hat mich ganz unbürokratisch zu Begleitungsnachtdiensten eingeteilt. Faszinierend zu erkennen war, dass jeder seinen Schwerpunkt bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit woanders legt. Das waren also drei verscheiden Arten den Nachtdienst zu erleben. Von allen durfte ich etwas mitnehmen und so ist mein Dienst eine Symbiose, aus all diesen tollen Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte. VinziTel ist jedoch eine Welt, die ich vorher so nicht kannte. Ich habe trotz meiner beruflichen  Erfahrungen von Leid und Not in Ungarn, nicht gedacht, dass hier auch so viele Leute stranden. Die geballte Ansammlung von Problemen mit Drogen, Alkohol und Medikamenten hat mich anfangs irritiert. Meine Aufgabe sehe ich darin, den Menschen die hier unterkommen, den vollsten Respekt entgegenzubringen. Ich bin für jeden da, wenn es einer will.


Herbert ist seit Weihnachten 2015 im Dienst: Herbert ist seit Weihnachten 2015 im Dienst (© VinziWerke)

Gina achtet darauf, dass jeder ein Stück bekommt: Gina ist ehrenamtlich im VinziTel (© VinziWerke)

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Gina: „Junge Leute brauchen unsere Hilfe.“

Seit April 2015 helfe ich im VinziTel mit. Ich bin gebürtige Kroatin, lebe seit langem in Österreich und bin nun in Rente nach meinem Job als Krankenschwester. Da habe ich viel gesehen, auch jede Menge Drogengeschichten, bei denen man schon hart im Nehmen sein muss. Diese Erfahrung möchte ich ins VinziTel mitnehmen und will den jungen Leuten hier zeigen, dass sie kämpfen müssen und dass es auch harte Zeiten gibt. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe. Sie sollen nicht alles so negativ sehen und ich möchte ihnen Hoffnung geben, auch wenn es vielleicht keine gibt. Ab und zu habe ich ein paar Dosen, oder Semmeln bei mir versteckt, oder ich kaufe Frankfurter Würstel mit Senf, die wir dann gemeinsam kochen. Was ich nicht mag, ist wenn manche Gäste einfach alles ‚einsackeln‘ was nicht Niet und Nagelfest ist und dabei auf die anderen vergessen. Der VinziBus bringt manchmal süße Gebäcks-Überbleibsel vorbei. Jeder soll dann ein Stück Kuchen bekommen und nicht einer drei und andere nichts. Darauf achte ich bei meinen Diensten sehr, dafür sind die Bewohner bei mir immer sehr hilfsbereit.

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Anna: „Ich habe nie das Gefühl verpflichtet zu werden.“

Ich habe mich von Anfang an im VinziTel wohlgefühlt. Je länger man dabei ist, desto mehr Menschen lernt man kennen und desto lockerer wird alles. Ich habe im April 2014 von der Notschlafstelle über die Zeitung erfahren und mir gedacht, dass es schön wäre neben meinem Pflegehilfe Beruf noch etwas Anderes zu machen. Seit dem bin ich zweimal im Monat da und habe auch nie das Gefühl zu einem Dienst verpflichtet zu werden. Ich mache das freiwillig und möchte mich neben meinem Job nicht zu viel verausgaben. Wenn ich Zeit habe, habe ich Zeit und genau das wird im VinziTel wertgeschätzt. Das Leitungsteam richtet immer Brötchen bei Besprechungen her, es gibt Fortbildungen und Betriebsausflüge an denen man teilnehmen kann und das Beste ist, das man in einen Bereich schnuppern kann, den man sonst nicht kennt. Die Bewohner kommen gerne zu mir, denn ich rede viel mit ihnen. Mich interessieren die Geschichten dieser Menschen und was hinter ihnen steckt. Natürlich muss man sich auch abgrenzen, aber ich habe ein inneres Rüstzeug, mir gewisse Dinge zuzutrauen.


Anna hat immer ein offenes Ohr für Gespräche: Anna hat immer ein offenes Ohr für Gespräche (© VinziWerke)

Marianne schnapst gerne im VinziTel: Marianne schnapst gerne im VinziTel (© VinziWerke)

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Marianne: „Ich habe es nie bereut hier Dienste zu machen.“

Durch den regelmäßigen Nachtdienst, den ich im VinziTel samstags mache, habe ich die Chance die Bewohner besser kennen zu lernen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Die ehrenamtliche Hilfe im VinziTel macht Spaß und ist eine wirklich schöne Aufgabe. Bekannt bin ich hier im Haus als Kartenspielerin. Ich finde immer ein paar Leute, die mit mir 3er, oder 4er schnapsen und sich so die Zeit vertreiben. Eine wichtige Aufgabe von uns ist das Zuhören. Eines Abends konnte ich einen Suizidgefährdeten nach drei Stunden Gespräch soweit bringen, dass er freiwillig ins LSF ging. Einmal ist auch schon jemand während meines Nachtdienstes an einer Überdosis gestorben. Danach schaut man schon genauer hin, aber diese Dinge kommen eben vor. Ich bin hier seit acht Jahren und habe auch schon im Haus Rosalie Dienste gemacht. Dennoch bin ich im VinziTel hängen geblieben, da mir die Männer lieber sind. Mit ihnen kann man Klartext reden und sie zicken nicht herum. Der Großteil der Bewohner ist überhaupt nicht schwierig. Ganz im Gegenteil, die Bewohner stehen sogar voll hinter mir, wenn irgendeine Situation mal aus dem Ruder läuft. Auch außerhalb des VinziTel bleibt der Kontakt zu den ehemaligen Bewohnern bestehen. Ich treffe oft zufällig bekannte Gesichter in der Stadt. Manche rufen schon von Weitem, bei den meisten bleibt man kurz stehen und redet ein bisschen – es sind ja ganz normale Menschen, die einfach nicht davor gefeit waren, dass sie ihre Wohnung verloren haben. Meinen Lebensgefährten habe ich übrigens auch im VinziTel kennengelernt. Wir wohnen jetzt zusammen.

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Heidi: „Nachtdienste im VinziTel sind neben Oma sein eine Art Lebensaufgabe.“

Wie das VinziTel in Graz eröffnet hat, war Pfarrer Wolfgang Pucher bei „Thema“ zu Gast. Meine Tochter berichtete mir anschließend von der Sendung und meinte ‚das wäre ja etwas für mich‘. Dieser Zufall hat mich 2002, also vor 14 Jahren ins VinziTel gebracht. Heute mache ich 10 Nachtdienste im Monat und empfinde das VinziTel mittlerweile als mein zweites zu Hause. Ich habe mich in dieser Atmosphäre von Anfang an wohl gefühlt. Das liegt vor allem auch an den Menschen, die für die Notschlafstelle verantwortlich sind. Sie sind wie eine große Familie. Neben dem Oma sein, sind die Nachtdienste im VinziTel für mich eine Art Lebensaufgabe. Ich empfinde große Dankbarkeit unseren Gästen beistehen zu können und sie begleiten zu dürfen. Die Summe der kleinen Dinge, sind die große Freude, wie beispielsweise: „Frau Heidi, ich habe eine Wohnung gefunden.“ Menschen in Not brauchen volle Aufmerksamkeit. Die Bewohner sind meist sehr lieb und vor allem empfindsam. Natürlich braucht’s dabei auch klare Regeln. Am besten funktioniert das mit Schmäh. Berührungsängste hatte ich nie. Schon in der Schule bin ich immer auf die Schwächeren zugegangen. Wahrscheinlich ist das genau der Grund warum ich im VinziTel eine Lebensaufgabe sehe.



Heidi macht seit 14 Jahren Nachtdienste im VinziTel: Heidi macht seit 14 Jahren Nachtdienste im VinziTel (© VinziWerke)

Hermine macht regelmäßig Qui Gong: Hermine macht regelmäßig Qui Gong (© VinziWerke)

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Hermine: „Ich spüre wie weit ich gehen kann.“

Ich bin seit 9 Jahren im VinziTel und würde jedem, der das Bedürfnis hat anderen zu helfen, diese Tätigkeit empfehlen. Die anfängliche Skepsis meines Mannes ist längst verflogen und mein Freundeskreis ist sowieso sehr sozial. Ich bin auch in einer Singgruppe, die bei jeder Probe Lebensmittel für das VinziTel zusammensammeln. Stabilität für die schwierigen Situationen in der Notschlafstelle gibt mir aber etwas anderes: Qi Gong. Ich habe Jahre lang unterrichtet und praktiziere es nach vor täglich. Die Herausforderungen im VinziTel sind so besser für mich schaffbar. Ich konnte einmal nur durch Berührung einer Bewohnerin, die einen psychischen Anfall hatte, das Schlimmste verhindern und sie beruhigen, bis die Rettung kam. Manchmal nehme ich auch jemanden in den Arm. Durch meine Energie-Arbeit spüre ich wie weit ich gehen kann und wo ich mich abgrenzen muss. Die Gäste vom VinziTel haben oft wirklich kein Glück im Leben. Zuhören wirkt oft besser, als man denkt. Ich sehe diesen ehrenamtlichen Dienst daher als meinen Beitrag an die Gesellschaft.

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Alexander: „Ich kenne die andere Seite.“

Bevor ich im VinziTel als Ehrenamtlicher begonnen habe, bin ich schon jahrelang mit dem VinziBus gefahren. Daher kannte ich die Notschlafstelle bereits. Ich bin dann schließlich durch eine amouröse Geschichte ins VinziTel ‚geschwemmt‘ worden. Meine damalige Freundin habe ich hier kennengelernt. Zu dieser Zeit bin ich noch parallel gefahren – natürlich nur mit dem VinziBus und der Arbeit im VinziTel. Ulli und Mirjam leiten das VinziTel großartig und haben alles Organisatorische wirklich super im Griff. Seit 2013 verrichte ich etwa 20 Dienste pro Jahr. Hauptberuflich arbeite ich als Programmierer und bin daher stets eine Ansprechperson bei Computerschwierigkeiten. Vor einiger Zeit konnte meine Firma das VinziTel durch eine besondere Spendenaktion mit neu aufgesetzten  PCs ausstatten. Ich verdiene in meinem Job sehr gut und möchte gerade deswegen im VinziTel etwas mit meiner Zeit bewirken. Wie sich die Zeit im VinziTel anfühlt, habe ich selbst nämlich auch als Bewohner erlebt. 2007 ging mein Unternehmen pleite und ich musste plötzlich aus meiner Wohnung raus. In dieser Situation musste ich mir eine Notlösung überlegen und habe dann über zwei Monate im VinziTel gewohnt. Ich kenne also die andere Seite und weiß wie wichtig die Einrichtung ist. In vielen Situationen gelingt es mir daher besser, mich in die Lage unserer Gäste hineinzuversetzen.


Alexander ist auch im Dienst, wenn die PCs streiken: Alexander ehrenamtlicher Mitarbeiter im VinziTel (© VinziWerke)

Zeit zum Nachdenken. Sascha im VinziTel: Zeit zum Nachdenken. Ein Bewohner im VinziTel (© VinziWerke)

Zeit zum Nachdenken. Sascha findet einstweilen einen sicheren Hafen im VinziTel

Internationaler Tag der Armut

Am Tag der Armut, Samstag den 17.Oktober 2015 wollen die VinziWerke wieder die Aufmerksamkeit auf all jene richten, um die sie sich kümmern: Die Ärmsten der Armen.

Gründervater Pfarrer Wolfgang Pucher setzt sich seit 25 Jahren für die sogenannte „hässliche Armut“ ein. Menschen, die keiner sehen oder in der Gesellschaft haben will - Bettler, Haftentlassene, Obdachlose, Roma, oder auch Drogenabhängige. Der internationale Tag der Armut dient unter anderem dazu, den Not leidenden und ausgegrenzten Menschen Gehör zu verschaffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Im VinziTel haben wir mit einem Betroffenem gesprochen:

Sascha P. (Name geändert) ist 25 Jahre alt und seit kurzem Gast im VinziTel. „Ich war 2013 in einem Substitutionsprogramm und habe den Entzug von zu Hause aus geschafft. Die 2,5 Wochen waren die schlimmsten meines Lebens, aber Freunde haben mich dabei unterstützt.“ Der erste Kontakt zu Drogen war früh. „Mit 12 Jahren habe ich zum ersten Mal Haschisch geraucht. Ich hatte nur ältere Freunde und bin in die falschen Kreise geraten. Dann ist meine beste Freundin gestorben. Das habe ich überhaupt nicht gepackt. Heroin, Kokain, Extasy, Speed waren dann meine besten Freunde.“ Mit 14 Jahren schmeißt ihn die Mutter aus der Wohnung und Sascha landet im Heim, wo er seine Ausbildung zum Tischler und Lackierer macht. Sein erster Arbeitgeber ging nach nicht einmal einem Jahr in Konkurs. Wieder Arbeits-, aber keinesfalls Perspektivenlos: „Mir fehlen nur noch 4 Monate beim Wifi um meine Lehrabschlussprüfung zu machen. Im Februar startet der nächste Kurs. Bis dahin, lege ich monatlich 600 Euro auf die Seite, damit ich wieder in eine eigene Wohnung ziehen und die Ausbildung bezahlen kann.“ Der 25-jährige lebt zurzeit von der Mindestsicherung und braucht sein Geld, wie er sagt nur für Essen, Zigaretten und Bier. Drei Monate kann er im VinziTel bleiben. Diese Zeit will er nutzen, um sein Geld anzusparen und um sich in den Griff zu kriegen. „Ich möchte mein Leben nicht mehr so weiter leben. Ich weiß ich kann es schaffen“, erzählt er hoffnungsvoll. „Man darf sich im Leben nie hängen lassen. Es werden einem immer Steine in den Weg gelegt – man muss einfach nur drüberspringen“, möchte Sascha P. auch anderen Betroffenen Mut machen.  

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Neues Zweiergespann im VinziTel

Seit Oktober 2015 ist das leitende Zweiergespann im VinziTel weiblich, denn Andreas Kleinegger geht ein Jahr lang in Karenz. Ulrike Silberschneider übernimmt die Leitung und wird seit kurzem von Sozialarbeiterin Mirjam Bauer unterstützt. Die erfahrene neue Mitarbeiterin freut sich auf ihre Aufgabe als stellvertretende Leitung: "Dieser Job ist eine ganz tolle Herausforderung. Das Besondere ist die abwechslungsreiche Zusammenarbeit mit einem großen, wirklich sehr engagierten ehrenamtlichen Team. Ich hoffe, dass ich das Vertrauen unserer BewohnerInnen rasch gewinnen werde und sie bei ihren Aufgaben bestmöglich unterstützen kann." Die VinziWerke begrüßen Mirjam Bauer ganz herzlich und wünschen ihr viel Erfolg.
VinziTel Team Ulrike Silberschneider, Miriam Bauer und Andreas Kleinegger: VinziTel Team Ulrike Silberschneider, Miriam Bauer und Andreas Kleinegger (© VinziWerke)

10 Jahre VinziTel

Ein Film über 10 Jahre VinziTel. Ein Projekt von Mar Costa.



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